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Das ist doch kein Camping mehr!

  • Autorenbild: Mobil-Dick
    Mobil-Dick
  • 22. Juni
  • 4 Min. Lesezeit
Oh, das ist sehr wohl Camping. Auf einer Alm ;-)
Oh, das ist sehr wohl Camping. Auf einer Alm ;-)
Wer definiert eigentlich, was Camping ist?

Vor kurzem stieß ich auf Facebook auf eine Diskussion über neue Stellplätze für große Wohnmobile.


Eigentlich ging es lediglich darum, dass das Magazin Landyachting auf Facebook einen Bericht über einen Platzbetreiber veröffentlichte, der zusätzliche Parzellen für Fahrzeuge bis zwölf Meter Länge geschaffen hatte.


Was dann in den Kommentaren folgte, überraschte mich allerdings nicht zum ersten Mal.


Plötzlich wurde nicht mehr über Stellplätze diskutiert, sondern darüber, wer überhaupt als Camper gelten darf und ob das Reisen im großen Fahrzeug noch unter Camping fällt.


Guess what: Einige Kommentare waren so abwertend, dass sie nicht mal ansatzweise mit Netiquette zu tun hatten.

Begriffe wie „Großkotz“ oder „Angeber“ fielen, als würde die Länge eines Fahrzeugs über den Wert eines Menschen entscheiden.


Und dabei stellte sich mir - wieder einmal - eine ganz andere Frage:


Wer definiert denn eigentlich,

was Camping ist?


Ist es der Zelter?


Der Bullifahrer oder der Wohnmobilist?


Oder der Wohnwagenbesitzer?


Vielleicht ein Kastenwagenfahrer?


Oder der Fahrer eines großen Liners?


Wertheim am Main - super große Wiese, Platz für alle
Wertheim am Main - super große Wiese, Platz für alle
Alles entwickelt sich - auch das Camping

Wenn man in die 60-er zurückblickt, waren die Leute damals mit dem VW-Bus und dem Zelt nach Bella Italia unterwegs.


Mit der innovativen Entwicklung des Campings kamen die Wohnwagen und Wohnmobile lagen im Trend. Dachzelte finden heutzutage auf den kleinsten PKWs ihren Platz, der Markt bedient die Selbstausbauer bis zum Fahrzeug von der Stange - es bleiben keine Wünsche offen.


Mit einem Wort: es gibt x-mögliche Ausstattungen und Größen bis hin zum über 20-Tonner. Das ist die Entwicklung der Campingbranche, die bereits vor Corona jedes Jahr 2-stellige Wachstumsraten hat. Und ja, auch wir fuhren 9m und knapp 11 m. Und auch ich kenne diese Sprüche.


Weißt du, möglicherweise findet der Zelter auch heutzutage einen Bulli groß.


Oder der Bullifahrer den Liner.


Wetten, dass sich irgendwo immer jemand findet, der das Fahrzeug des anderen nicht mehr dem „echtes Camping“ zuordnet?


Ein schönes Miteinander - Lago Maggiore
Ein schönes Miteinander - Lago Maggiore

Das Camping hat sich nun mal über viele Jahrzehnte verändert – genau wie alles im Leben sich verändert, sich vergrössert und auch wieder verkleinert.

Camping ist keine Fahrzeuggröße. Camping ist eine Art zu reisen.

Das ist meine Antwort. Jeder ist mit dem unterwegs, was zu ihm passt.


4**** Camping Tisens
4**** Camping Tisens

  • Mit dem, was er sich leisten kann.


  • Mit dem, was seinen Bedürfnissen entspricht.


  • Der eine liebt die Einfachheit eines Zeltes.


  • Der andere genießt die Freiheit eines Campervan.


  • Familien reisen mit Wohnwagen.


  • Andere verbringen Monate oder sogar Jahre unterwegs und benötigen deshalb mehr Platz.

Warum sollte das eine richtiger sein als das andere?

Diese Diskussionen erinnern mich übrigens an eine Zeit, in der ich selbst eine Facebook-Gruppe für XXL-Wohnmobile initiiert hatte. Damals wollte ich Informationen für Fahrzeuge zwischen zehn und zwölf Metern bündeln.


Nicht, weil ich kleinere Fahrzeuge ausschließen wollte.


Sondern weil die großen Fahrzeuge ganz andere Herausforderungen haben.


  • Sie benötigen grössere Stellplätze.


  • Andere Parkmöglichkeiten.


  • Andere Informationen.


Die kürzeren Fahrzeuge finden häufig problemlos Platz. Die größeren eben nicht.


Und trotzdem wurde schon damals diskutiert, geschimpft und kritisiert.


Gleichzeitig begegnete mir die selbe Diskussion in großen Campinggruppen mit zehntausenden von Mitgliedern. Es genügte oft schon EIN Foto eines größeren Wohnmobils, und der Schlagabtausch begann. Es war und ist offentsichtlich immer noch ... unterirdisch.


  • Klein gegen Groß.


  • Richtig oder falsch.


  • Echtes Camping gegen angeblich unechtes Camping.


Dabei sitzen wir am Ende doch alle aus demselben Grund vor unserem Fahrzeug:


Weil wir gerne unterwegs sind.


Vor Kurzem war ich auf dem 4**** Camping Moosbauer bei Bozen.

Ein Platz, der für mich genau das verkörpert, was Camping eigentlich ausmacht.


Dort gibt es kleinere Parzellen für Bullis und Campervans.


Plätze für große Wohnwagen-Gespanne und XL-Fahrzeuge (Länge bis ca. 10 m).


Bereiche für Radreisende und Bikepacker.


Tagsüber begegnen sich die Camper auf den Wegen, mit völlig unterschiedlichen Reiseformen.

Abends trifft man sich beim Restaurant, am Pool oder beim Abspülen.


Und weißt du, was dort niemand gefragt hat?


Wie lang dein Fahrzeug ist!


Niemand lief mit einem Maßband herum.


Stattdessen hörte man Fragen wie:


„Wo kommst du her?“

„Wo fährst du hin?“

„Welche Radstrecken sind besondsers?“


Genau das ist für mich echtes Camping.


Das sind Begegnungen, Geschichten, die Neugier auf andere Menschen und deren Camping-Historie.


Das ist das freundliche „Guten Morgen“ auf dem Weg zum Brötchen holen.


Ein Gespräch mit dem Nachbarn.


Ein kurzer Schnack über die nächste Route.


Camping ist nicht steril wie ein Hotel, und deswegen lieben wir doch das Camping.


Camping lebt von Menschen.


Von Toleranz.


Und von der Erkenntnis, dass nicht alles in richtig und falsch eingeteilt werden muss.


Leben und leben lassen. :-)


Das habe ich als Antwort gelesen in jenem Bericht auf Facebook und besser hätte ich es nicht sagen können.


alle zusammen - ob groß oder klein
alle zusammen - ob groß oder klein

Und genau dieses Foto zeigt, was Camping bedeutet. Übrigens aufgenommen in Torbole /Gardasee.


Und vielleicht sollten wir uns genau daran öfter erinnern.


Denn am Ende sitzen wir alle unter demselben Himmel.


Nur manchmal in unterschiedlich großen Fahrzeugen. 🚐😊



"Dicke Grüße"

von Trixi

und alle Zeit beste Fahrt :-)


Mehr über mich:




oder ich unterwegs im VW-Bus auf





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