Frau am LKW-Steuer...

** auf dem Weg zum C-Schein in 1,5 Wochen - möglich und auch machbar :-)

Jetzt mal von Frau zu Frau:

hast du dir schon mal überlegt, selbst das LKW-Ruder in die Hand zu nehmen?

Du hast schon mal mit dieser Idee liebäugelt, aber aufgrund der Länge und Breite deines Reisemobiles diese Idee wieder verworfen?

Dann gebe ich dir jetzt einen kleinen Überblick über das Lernen, den Spaß und das Glücksgefühl, wenn du den "Schein" geschafft hast :-)

Seit vielen Jahren sind wir nun schon mit XXL Fahrzeugen unterwegs und bis dato hatte mein Mann alleine das Ruder in der Hand. Mein Job im Fahrerhaus war der der Co-Pilotin, umringt von Reiseführern, iPad, iPhone, unter Einsatz aller möglichen Apps den passenden SP/CP für uns zu suchen und/oder die Reiseziele herauszusuchen.

Allerdings haben mich schon immer die Damen beeindruckt, die ganz souverän diese großen Fahrzeuge aus den Parzellen rückwärts herausfuhren, erstmals gesehen am Caravan Park Sexten. Das war für mich jedoch irgendwie unerreichbar und der LKW Schein somit erst mal ad acta gelegt.

Es stellte sich aber auch immer wieder die unterschwellige Frage: wenn etwas ist.../wenn der Partner aus Krankheitsgründen nicht mehr fahren kann, was dann? Diesen besonderen Fall verdrängt man ganz gerne, er kann aber passieren... und so kam es letztendlich zu meiner Entscheidung, den C-Schein anzupacken. Des Weiteren kann man sich bei längeren Fahrtzeiten durchaus abwechseln und das macht die Reisezeit auch entspannter.

Die Wahl der Fahrschule


Wo du den C-Schein letztendlich machen möchtest, bleibt gerne dir überlassen. Wende dich entweder an eine versierte Fahrschule deines Vertrauens vor Ort oder mache es so wie ich: kombiniere "entspanntes, zeitlich-kompaktes Lernen mit Urlaub" in der Fränkischen Schweiz, genauer gesagt in Pegnitz, zwischen Bayreuth, Bamberg und Erlangen.

In der Reisemobil-Branche ist er längst ein Begriff: Matthias Zeilmann und seine Camper-Fahrschule mit Firmensitz in Pegnitz. Und so kam es, dass ich auf der CMT in Stuttgart Kontakt mit ihm aufnahm, mich über das Reisemobil-Führerscheinpaket Klasse C informierte (mit Vorbesitzer Klasse C1) und mich unter Absprache der Details und der Vorgehensweise zum Kurs anmeldete.


Brauche ich LKW-Knowhow?

Dass du grundsätzlich interessiert bist, davon gehe ich aus. Dass du noch nie LKW gefahren bist, ist kein Hinderungsgrund. Wer laut "grauen Lappen" den C1 im aktuellen Führerschein inkludiert hat, der hätte laut Information sogar einen kürzeren Ausbildungszeitraum. Aber, lasst uns das mal ganz realistisch sehen: wenn man noch nie einen LKW gefahren hat, sollte man genügend Praxisstunden einplanen. Im übrigen: der Zeit sind keinerlei Grenzen gesetzt, wer also mehr Zeit für den Führerschein bräuchte, dann ist das vollkommen in Ordnung. Aber das ergibt sich vor Ort und während der Unterrichtsfahrten in Zusammenarbeit und Besprechung mit der Fahrschule und dem Fahrlehrer. Kein Thema!

Wie erfolgt die Anmeldung?

Gute Vorbereitung ist alles und eine rechtzeitige Anmeldung im Voraus von ca. 3-6 Monaten garantiert, deinem Wunschtermin entgegen zu kommen.

Wende dich direkt an die Camper-Fahrschule Zeilmann. Hier wirst Du in der Terminfindung unterstützt und du bekommst detaillierte Informationen über notwendige Papiere, Unterlagen etc. für die Führerscheinbehörde, Abläufe folgen zeitnah.

Informationen zur Fahrschule direkt findest du hier: www.zeilmann.com

Informationen zur Auswahl des Führerscheins bzw. der Führerschein-Pakete:

www.camper-fahrschule.de

Lernen per App

Nach erfolgreich getätigter Anmeldung bekommst du Zugang zu einer App, namens "360 Grad". Diese App installierst du entweder auf dem PC, iPad oder Handy. Die App beinhaltet alle Fragen rund um die Thematik des gewählten Führerscheins plus die Frage- und Prüfungsbögen. Mit dieser App kannst du überall lernen, auch im offline-Modus. Updates erfolgen automatisch mit WLAN-Verbindung.

Ratsam wäre es, bis zum Aufenthalt vor Ort bereits prüfungsfit zu sein, d. h. du hast die Theorie-Inhalte bereits verinnerlicht und die Arbeits- bzw. Prüfungsbögen schon "drauf".

Darf ich mit dem Reisemobil anreisen?

Wenn ihr ein Reisemobil besitzt, darfst du natürlich gerne damit anreisen, denn genau das ist auch das Besondere an der Camper-Fahrschule Zeilmann. Du kannst vor Ort auf dem Betriebsgelände/Stellplatz über die Dauer der Führerschein-Ausbildung stehen, mit Blick ins idyllische Ahorntal. Strom, V/E vorhanden.

Wer nicht im Reisemobil anreist, für den gibt es diverse Möglichkeiten der Unterkunft in der Ferienregion Ahorntal/Fränkische Schweiz.

Du bist angekommen... wie geht es weiter?

Normalerweise, wenn du vormittags ankommst, dann geht es nachmittags gleich los mit einer Vorstellungsrunde, dem Kennenlernen des Fahrlehrers und einem ersten Überblick über die Wochenplanung sowie Abhandlung von Fragen, die sich auf die Theorie-Fragen oder Diverses beziehen.

Wenn es sich ergibt, hast du die Möglichkeit, mit "Gleichgesinnten" den Führerschein zu machen, sprich, evtl. sind noch weitere Reisemobilisten vor Ort und man hat somit immer die Gelegenheit, sich über sein Lieblingsthema - das Reisemobil - auszutauschen, denn meist gibt es zu diesem Thema ja immer etwas zu bereden. Zudem zieht man im Laufe der Prüfungs- und Lernzeit immer mehr Parallelen zwischen dem Reisemobil und dem Fahrschul-LKW.

Mein Fahrschule-LKW war übrigens die "Bella", ein Mercedes-Benz Actros mit 12 t Gewicht, 9,50 m Länge, 2,55 m Breite und 4 m Höhe. Ein schönes Fahrzeug, gut lenkbar und super zu fahren.

Über den gesamten Zeitraum werden die Theoriestunden und natürlich die Praxis-Fahrstunden gut verteilt. Der Praxisbereich geht auf dem Gelände los mit Einweisung in den LKW, in meinem Fall war es wie gesagt die "Bella", und dem ersten Eingewöhnen an die Fahrzeugmaße. Dann erste Fahrten durch das Städtchen Pegnitz, Überlandfahrten durch die idyllische Landschaft der Fränkischen Schweiz mit seinen Hügeln und Tälern und weiten Feldern sowie das Fahren auf der Autobahn.

Apropos Überlandfahrten und idyllische Dörfer:

die Gegend strotzt vor kleinen Dörfchen mit 30-er Zonen und damit verbunden oft rechts vor links. Wer dann, so wie ich, vom Fahrersitz aus die hübschen Gärten und Anwesen auf der linken Seite bewundert, darf sich nicht wundern, wenn es auf einmal "warn-hupt", weil man nämlich ein rechts vor links übersehen hat. Den Kommentar vom Fahrlehrer bekommst du gleich inklusive. :-)

Die Prüfungen: Theorie und Praxis

Beide Prüfungen finden vor Ort statt oder in der Nähe: die Theorieprüfung beim zuständigen TÜV und die Praxisfahrprüfung direkt in Pegnitz durch einen Prüfer.

Zauberwort: ABFAHRTSKONTROLLE

Hast du die Theorie bestanden - davon gehe ich jetzt mal aus - dann darfst du dich kurz, gaaaanz kurz auf deinen erworbenen Lorbeeren ausruhen, bevor es frisch motiviert weiter ans Werk geht: die Abhandlung der Abfahrtskontrolle, einem wichtigen Bestandteil der praktischen Prüfung.

Abfahrtskontrolle - was ist das eigentlich?

Na ja, im Prinzip ist das die Kontrolle im und rund um das Fahrzeug, bevor die Fahrt beginnt. Mit der Abfahrtskontrolle befasst du dich aber erst nach Ablegen der theoretischen Prüfung. Also, alles der Reihe nach und ganz strukturiert.

Noch mal zurück zum Thema: generell werden bei der Abfahrtskontrolle Fragen behandelt, die direkt am Fahrzeug mit dem Fahrlehrer intensiv abgearbeitet und ausführlichst von ihm erklärt werden. Bei Unklarheiten gerne beim Fahrlehrer nachfragen, er erklärt es immer wieder bis es sitzt. Und bis zur Prüfung sind die Antworten längst in Fleisch und Blut übergegangen und du kennst das Fahrzeug in- und auswendig. Also alles gut :-)

Solche Fragen werden u. a. bearbeitet:

- wie ist der Zustand der Scheiben und Spiegel? (Sie sollten sauber sein, keine Schäden aufweisen wie Risse, Steinschlag o. ä.)

- was bedeuten die Lämpchen im Display? (wie z. B. auftretende Warnungen - wird auch geübt )

- wo befinden sich Warnwesten, Warndreieck und Warnleuchte? Wo ist der Verbandskasten?

- du betätigst Hupe, Warnblinker, Lichthupe und überprüfst deren Funktion.

- du machst u. a. eine Sichtprüfung von Kühler, Bremsscheiben und dem Kraftstofftank (wird alles geübt!!)

Mach dir gerne Notizen während der Abhandlung der Fragen, das unterstützt dich beim Lernen zu Hause oder ganz lauschig... im Wohnmobil vor Ort.

Tipp zur Abfahrtskontrolle: die berühmten vier "R"

Während meines Aufenthalts, den ich übrigens mit einem sehr sympathischen Herren teilen durfte, sprach man natürlich darüber, wie man sich gewisse Dinge am besten merken kann und so überlegt man sich sogenannte Eselsbrücken.

Eine teile ich mit dir, die berühmten vier "R", die da wären: RIEFEN - RISSE - RILLEN - ROST. Diese Begriffe tauchen immer wieder in der Kontrolle des Fahrzeuges auf. Einfach mal merken! :-)

Prüfungstag - Praktische Prüfung

Prüfung bestanden? Der Prüfer war mit dir zufrieden?

Dann ist alles gut und du kannst echt stolz auf dich sein.

Stolz darauf, den Plan gefasst zu haben.

Stolz darauf, es durchgezogen zu haben.

Stolz darauf, es bestanden zu haben.

Stolz darauf, zu den Trucker-Ladies zu gehören.

Mein Fazit

Es gibt genügend Zeit zum Fragen und Üben. Dank des strukturierten Unterrichtsablaufs - also erst die Abhandlung der theoretischen Prüfung, dann das Einüben der Abfahrtskontrolle mit letztendlich praktischer Prüfung - kommst du Tag für Tag näher ans Ziel: dem Erreichen des Führerscheins, in diesem Falle der C-Schein.

Danach bist du fit und beherrschst ein Fach-Vokabular rund um das Fahrzeug, dass mancher respektvoll vor dir steht und bewundert, was du alles kannst. Ach ja, das Ganze ist noch mit Anhänger zu kombinieren - also CE-Schein.

Die Reihenfolge wäre dann folgendermaßen:

  1. Beantragung beider Scheine (C und CE) beim zuständigen Landratsamt

  2. Das Erlernen beider Themen-Schwerpunkte per App mit anschließender Prüfung vor Ort von:

  3. Theorieprüfung C-Schein plus evtl. CE-Schein

  4. praktische Prüfung C-Schein: Abfahrtskontrolle/Grundfahraufgaben/allgemeines Fahren

  5. praktische Prüfung CE-Schein: Abfahrtskontrolle am Anhänger/Trennen und Verbinden vom LKW plus Anhänger/Grundfahraufgaben/allgemeines Fahren

Da du ja bald selbst zu den LKW-Fahrerinnen gehörst, wirst du schon während deiner Führerschein-Ausbildung eine Sache bald gelernt haben, nämlich eine differenzierte Sicht auf LKW's, deren Verhalten im Straßenverkehr und vor allem, wie man als PKW-Fahrer diesbezüglich eine andere Denkweise bekommt. Dies so ganz nebenbei.

Auf geht's Mädels, ran ans Werk und reiht Euch ein im Kreise der Trucker-Ladies. Es macht echt Spaß!



Genuss unterwegs... die Landschaft, die Dörfer, einfach malerisch

Fotos: Sven Blüher /Fahrlehrer, Bildbearbeitung: Trixi Bakker



Nachtfahrt...

Fotos: Sven Blüher /Fahrlehrer, Bildbearbeitung: Trixi Bakker


In diesem Sinne... ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an das kompetente Team, vor und hinter den Kulissen, danke an die Familie Zeilmann für die herzliche Aufnahme und dann natürlich ein Dankeschön an meinen Fahrlehrer Sven Blüher, der mir netterweise die Fotos zur Überland bzw. Nachtfahrt für diesen Bericht zur Verfügung stellte und ein herzliches "Servus" an meinen Reisemobil-Kollegen, der mit mir die "Schulbank" vor Ort drückte.

Es grüßt Euch Trixi Bakker, unterwegs im MORELO

Apropos "von Frau zu Frau"

Du denkst noch nicht an den C-Schein, möchtest aber sehr gerne das Fahrverhalten und den optimalen Umgang mit eurem Reisemobil kennen lernen? Dann kann ich dir die Handling- und Fahrtrainings mit Miriam Zeilmann empfehlen - Training von Frau zu Frau. Genauere Infos unter: www.camper-fahrschule.de

WER LERNT DARF AUCH MAL PAUSIEREN

Vor Ort:

im Dorf Kirchahorn gibt es u. a. einen Supermarkt und eine Apotheke - alles fußläufig erreichbar.

Freizeit:

Wandern, Radfahren: direkt ab der Wohnmobil-Türe möglich. Kanufahrten möglich, jedoch nicht direkt vor Ort.

Museen, Höhlen, malerische Dörfer und Burgen, Sommerrodeln etc.

Kulinarik:

kehrt doch mal ein in die noch typischen fränkischen Dorf-Wirtshäuser und genießt regionales Essen - bodenständig und herzhaft. Wer noch keine "fränkische Bratwurscht mit'am Kraut" gegessen hat, das wäre Pflichtprogramm plus "einem Seid'la Bier" aus der Region.


Schlagwörter

Copyright: Trixi Bakker, 2020

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